Teil 1: Hikmicro Habrok 4K HE25LN

Als erstes möchte ich mich noch einmal bei der Firma Hikmicro herzlichst bedanken! Ich habe die Chance erhalten, dass ich bei einer Umfrage ein Multispektrum-Binokular (elektronisches Fernglas) gewinnen konnte. Da ich Dir gerne von dem Nutzen dieses wirklich interessanten Gerät berichten möchte und hier den Firmennamen und auch Gerätebezeichnungen nennen werde, muss ich dieses Thema als WERBUNG kennzeichnen. Ich bitte um Dein Verständnis. Doch ich mache hier keine Werbung, weil ich dieses tolle Gerät kostenlos erhalten habe. Nein, ich möchte Dir davon berichten, weil es mir als Wildlife Fotograf wirklich im Alltag hilft.

Multispekrales-Binokular

Was verbirgt sich hinter dieser komplexen Beschreibung? Einfach gesagt ist es ein elektronisches Fernglas, mit vielen Spielereien. Ein solches Gerät wie das Hikmicro Habrok 4K HE25LN bietet Dir verschiedene Funktionen in einem Gerät. Die Bezeichnung “4K” im Namen des Gerätes steht für einen digitalen Kanal mit einem CMOS-Bildsensor, der eine 4K-Auflösung (3840x2160 Pixel) aufweist. Diese Auflösung ermöglicht es bei einer Standard Grundvergrößerung von 5,5-fach weiterhin in das Bild zu Zoomen, ohne großartig an Bildqualität einzubüßen. Das Gerät bietet zwei weitere Zoomstufen von 11-fach und 22-fach. Mit der Vergößerung von 22-fach kannst Du locker Distanzen von 3km abglasen (bei 22-fach ist das Bild stabilisiert). Dafür ist die Grundvergrößerung von 5,5-fach nicht gerade zuträglich für die Suche im Wald.

Ein Bild mit dem digitalen Kanal 5,5-facher Zoom (3840×2160 Pixel), Distanz ca. 6km

Im Fachchinesisch spricht man von Field-of-View (FOV) oder auf Deutsch “Sichtfeld”. Das ist ein Maß, welches immer auf eine definierte Distanz (100m) von der Linse gemessen, angegeben wird. Bei dem HE25LN besteht ein FOV von 12m Breite auf eine Distanz von 100m. Für die Beobachtung von Wildtieren auf freiem Feld ist ein FOV von 12m sehr gut. Doch im Wald ist es besser ein Gerät mit einen FOV von z.B. 44m zu haben. Mit einem größeren Ausschnitt, kannst Du einen breiten Bereich abglasen und erkennen, wie sich die Tiere in diesen Fenster bewegen. Mit der Zoomfunktion, kannst Du diese Tiere entsprechend ansprechen (definieren).

Doch was macht das Habrok so besonders? Der digitale Kanal des Habrok HE25LN kann zwischen Tagessicht und Nachtsicht umgeschaltet werden. Bei der Nachtsichtfunktion wird ein Filter vor den CMOS-Sensor geschaltet, der das Infrarot-Licht filtert. Damit bist Du in der Lage in der Dämmerung Strukturen sauber zu erkennen oder Tiere die sich vor Dir bewegen glasklar zu identifizieren. Sollte das Licht weiter abnehmen, schaltet das Gerät automatisch einen Infrarot-Strahler ein, der die Szene beleuchtet und somit noch mehr von der Umgebung preis gibt. Von dem IR-Strahler gibt es zwei verschiedene Wellenlängen. Die erste Version mit 850nm, wird durch ein “L” im Namen des Gerätes gekennzeichnet. Die zweite Version mit 940nm, wird durch ein “LN” benannt. Solltest Du die Version mit 850nm IR-Strahler zulegen, hast Du eine erhöhte Reichweite des IR-Strahler, doch besteht die Gefahr, dass Tiere wie Schwarz- und Rotwild diese Wellenlänge erkennen. Dies kann letztendlich dazu führen, dass diese beiden Tierarten aus Deinem Sichtfeld abspringen. Dahingegen ist der IR-Strahler mit 940nm Wellenlänge eher sicher, nicht erkannt zu werden. Doch Du büßt an Reichweite ein. Also mußt Du für Dich entscheiden, welche Wellenlänge für Dich die bessere ist.

Zusätzlich zum digitalen CMOS-Sensor, bietet die Habrok-Serie von Hikmicro einen Wärmebildkanal mit 256x192 Pixeln. Das ist keine herausragende Auflösung, doch bietet diese die Möglichkeit Tiere viel schneller zu entdecken, als Du es jemals zuvor getan hast. Die Habrok-Serie von Hikmicro bietet verschiedene Sensoren 256x192 Pixel, 640x512 Pixel und 1280x1024Pixel an. Auch bei diesen Geräten gilt das gleiche wie bei unseren normalen Kameras mit denen wir Fotos machen, je höher die Pixelzahl, desto hochauflösender die Bilder. Aktuell sind zwei Sensortechnologie für solche Geräte im Markt vertreten. Bei den meisten Geräten wird der VOx-Sensor eingesetzt, doch es gibt auch Hersteller die einen ASI-Sensor verwenden. Die Unterschiede der Sensortechnologien, würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Die Hersteller setzen aktuell auf ein Marketinginstrument um die Geräte im Markt entsprechend zu platzieren. Dieses Marketinginstrument ist der technische Wert “NETD” (angegeben in jedem Datenblatt). Dieser NETD-Wert gibt an, welche minimale Temperaturdifferenz erkannt werden kann. Der Durchschnittliche NETD der aktuell am Markt vorherrschend angegeben wird, liegt bei einem Wert von <18mK (kleiner 18 Milli-Kelvin). Doch die meisten Sensorhersteller geben einen NETD von <40mK an. Wie kann dann das Gerät auf einmal Temperaturdifferenzen von 18mK detektieren? Ehrlich gesagt kann er es nicht… Auf den Geräten läuft eine Firmware, die eine KI beinhaltet. Diese KI errechnet und verbessert die Darstellung der Bilder in der Art und Weise, dass es einem Bild mit <18mK Temperaturdifferenz sehr nahe kommt. Es steckt sehr viel Know-How in dieser Technik. Natürlich kann die Auflösung und Qualität der Bilder immer durch die Anzahl der Sensor-Pixel verbessert werden. Doch letztendlich ist die Qualität der Darstellung von den Berechnungsmethoden der KI abhängig.

Rehwild auf einem Feld

Video von einem Gold-Schakal auf kurze Distanz

Wie Du sehen kannst, kannst Du mit dem Habrok nicht nur Fotos machen, sondern Du kannst sowohl im Digitalen-, wie auch im Wärmebildkanal Bilder und Videos aufnehmen.

Benefit

Welche Vorteile hat es ein solches Gerät zu besitzen? Stell Dir vor, Du sitzt an einem Maisfeld. Du möchtest Fotos von Rehen oder Schwarzwild machen, die sich in diesem Feld bewegen. Doch die Wiese neben dem Maisfeld wurde noch nicht gemäht. Die Gräser und Wildkräuter sind recht hoch. So hoch, dass es die perfekte Deckung für die beiden genannten Tierarten bieten.

Ansitz an einem Maisfeld, Rehe bleiben gerne in dem Schatten des Mais!

Ich habe selbst solche Situationen schon erlebt. Die Tiere treten aus dem Mais heraus und bleiben in dem Schatten der Pflanzen. Du könntest stehen, doch siehst die Tiere nicht. Sie kommen auf Dich zu, doch Du bist nicht darauf vorbereitet. Auf den letzten drei Metern erkennt ihr Euch gegenseitig, doch das Reh oder die Sau ist schneller wieder im Mais wie Du die Hände an der Kamera hast.

Mit einem Wärmebildgerät, erkennst du zu JEDER Tageszeit, selbst am Tage, was vor Dir passiert. Ich habe in 2024 durch die Nutzung einer TOPDON TS004 mehr Fotos machen können, wie in den drei Jahren vorher.

Ricke, die von dem Maisfeld auf mich zu kam…

Habrok-Serie

Aktuell besteht die Habrok-Serie aus 7 verschiedenen Modellen. Beginnend bei den Modellen HE25L & HE25LN, welche mehr für die Reviergänge und die Tagesjagd entwickelt wurden. Die 25 im Namen, gibt die Brennweite des digitalen Kanal an, welcher somit 25mm beträgt. Der 256x192 Pixel Wärmebildsensor, liefert ein sauberes Bild. Doch auf weite Distanzen kann man nur mit dem CMOS-Sensor im digitalen Kanal entsprechend ansprechen. Wie schon erwähnt, nutze ich den Wärmebildkanal oft nur, um herauszufinden, ob sich ein Tier in der näheren Umgebung befindet. Doch das Ansprechen übernehme ich für mich mit dem digitalen Kanal. Das funktioniert sehr gut, auch über weitere Distanzen. Erst gestern habe ich auf 3km Entfernung Wärmesignaturen am Waldrand entdeckt, dabei konnte ich herausfinden, dass sich ein Sprung Rehe am Rand von einer Dickung aufgehalten haben.

Doch die Habrok-Serie besteht noch aus weiteren sehr interessanten Geräten, die es sich lohnt genauer anzuschauen. Das HQ35L ist noch recht neu am Markt. Mit einer Brennweite von 35mm im digitalen Kanal und einem Sichtfeld (FOV) von 22m. Das breitere Sichtfeld stellt eine super Mischung für die Feld- und Waldjagd dar. Auch für uns Fotografen ist dies höchstwahrscheinlich die bessere Wahl gegenüber dem HE25LN. Die Bezeichnung “Q” im Namen steht für den Sensortyp im Wärmebildkanal. Mit 640x512 Pixel kann dieses Gerät einen sehr großen Qualitätsvorteil im Wärmebildbereich ausspielen. Videos und Bilder sind deutlich detailreicher und erleichtern auch das Ansprechen über größere Distanzen. Die Besonderheit bei dem HQ35L ist, dass dieses Gerät mit beiden Infrarotstrahlern ausliefert wird. Dem 850nm und dem 940nm. Diese kannst Du selbst nach belieben austauschen.

Nun hat Hikmicro nicht nur die “einfacheren” Modelle. Es werden auch die Modelle der PRO-Serie angeboten. Diese 4 Geräte spielen alle in einer anderen Qualitäts- und Preisliga. Die Modelle HQ50L & HQ50LN spielen mit ihrem 640x512 Pixel Wärmebildsensor und einer 50mm Brennweite im digitalen Kanal in einer anderen Liga. Klar, der Wärmebildsensor ist der gleiche wie in einem HQ35L Gerät. Doch die Frontlinsendurchmesser des HQ50L(N) ist deutlich größer. Dies ermöglicht dem Gerät mehr und einfacher Wärmesignaturen aufzunehmen. Welches sich nun wiederum in einer besseren Bildqualität wiederspiegelt. Der digitale Kanal ist bei den HQ50L(N) Geräten genauso aufgebaut wie bei den kleineren Geschwistern.

Doch nun kommen wir zu dem Flaggschiff dieser Reihe, den Hikmicro Habrok PRO HX60L & HX60LN Modellen. Auch hier gibt es keine Veränderung in dem digitalen Kanal. Der digitale Kanal ist schon perfekt. Doch der Wärmebildkanal trumpft in diesen beiden Geräten mit einer Auflösung von 1280x1024 Pixel. Feinere Details kannst Du bei Hikmicro im System aktuell nicht erhalten! Dieses Gerät liefert fantastische Aufnahmen und kann mit seinem weiten Sichtfeld von 25,6m auf 100m Distanz für jeden Einsatzzweck verwendet werden.

Alle oben genannten Geräte haben eins gemeinsam. Alle Geräte haben zusätzlich einen Laser-Range-Finder (LRF, Laser-Distanzmessung) verbaut. Wenn Du also eine Wärmesignatur gefunden hast, oder Tiere auf recht kurze Distanz zu Dir stehen, kannst Du diese Distanzen mit dem LRF sehr einfach anmessen. Für die Jagd ist dies Werkzeug ein unverzichtbares Tool. Doch auch für uns Fotografen ist diese Funktion essentiell. Auch wenn wir mit 400mm, 500mm oder 600mm fotografieren, ist dies kein Wundermittel, mit dem wir Tiere auf 1000m Entfernung Formatfüllend fotografieren. Daher kann die Entfernungsmessung auch Dir als Fotograf ein Hilfsmittel für Dein Hobby sein.

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Teil 2: Erfahrungen mit dem Hikmicro HE25LN

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