Einsatz von Stativen
Musst Du ein Stativ oder ähnliches verwenden? Nein, natürlich nicht. Es ist Dir überlassen, wie Du gerne fotografierst. Ich kann Dir nur Tipps zu dem Thema geben. Für meine Fotografie setze ich generell ein Stativ ein, daher kann ich Dir von meinen Erfahrungen berichten.
Unterschiede der Unterstützungsmöglichkeiten
Ich möchte Dir erst einmal darstellen, welche Möglichkeiten es gibt, Deine Kamera-Objektiv-Kombination ruhig zu halten.
Es gibt Stative jeglicher Art:
Dreibein-Stative
Einbein-Stative
Stative mit (sehr) kurzen Beinen
Stative mit (sehr) langen Beinen
Stative bei denen die Beine so weit gespreizt werden können, dass die Kamera sehr nah am Boden positioniert werden kann.
Stative bei denen die Beine immer noch eine geringe Neigung aufweisen und die Kamera leicht über dem Boden gehalten wird
Stative mit und ohne Mittelsäule
Ground-Pods – sind Teller förmige Stative, die oft für die Fotografie z.B. am Strand eingesetzt werden
Es gibt Stative für die Seitenscheiben oder Türmontage an einem Fahrzeug
Ich könnte bei den Stativen noch einige mehr auflisten, doch ich wollte mich bei meiner Auflistung auf die für Dich wichtigen Stative beschränken. Doch bevor ich Dir darstelle, warum ich bestimmte Stative bevorzuge, möchte ich Dir auch die Alternativen darstellen.
Rollei „Rock Solid Alpha XL Mark II“ mit weit gespreizten Beinen & Ghosthood - Tarnung
Alternativen zu einem Stativ:
Der gute alte Bohnensack – heute mit Styroporkugeln gefüllt
Ein Sandsack
Ein Dreibeinhocker
Nachteile eines Stativs
Warum beginne ich mit den Nachteilen? Es ist doch psychologisch falsch mit den negativen Dingen zu beginnen, oder? Okay… Ehrlichgesagt gibt es für MICH keine Nachteile eines Stativs.
Vielleicht wirst Du mich jetzt auslachen. Doch für mich ist es die einzig richtige Aussage. Klar… Stative bringen Gewicht mit, sie sind sperrig und oft nehme ich nicht nur „das eine“ Stativ mit. Doch wenn Du Landschaften fotografieren möchtest, wirst Du ohne ein Stativ auch nicht klarkommen. Also zählen die vorher genannten Argumente für mich nicht.
Vorteile eines Stativs
Welche Vorteile hat ein Stativ aus meiner Sicht für Dich? Stative unterstützen Dich, damit Du scharfe Fotos, selbst bei längeren Verschlusszeiten, abliefern kannst. Jeder der sein Revier erpirscht und kein Stativ nutzt, wird jetzt schmunzeln und denken – „Das geht auch ohne Stativ.“ -. Natürlich kannst Du auch ohne ein Stativ fotografieren und pirschend durch Dein Revier ziehen, doch hör Dir erst an, was ich Dir noch beibringen kann.
Ich setze Stative ein, weil ich zu 95% stationär ansitze. Doch bei einem Ansitz kommt es immer auf das Habitat und das Zieltier an, welche Vorgehensweise wir bei dem Ansitz nutzen. Kennst Du meinen Blog-Beitrag - „Was macht Deine Wildtier-Fotografie besser?“ - ? Dort beschreibe ich den Einfluss der Kameraposition auf Deine Resultate. Wenn Du pirschen gehst, musst Du Dir darüber bewusst sein, dass fast alle Fotos aus dem Affekt entstehen werden, also aus einer stehenden Position. Wenn Du mehr Zeit hast Dich zu positionieren, wirst Du Dich evtl. hinknien, doch selten habe ich es erlebt, dass sich jemand bei jedem Bild, mit einem Köpper in den Dreck schmeißt und damit die perfekte Bildgestaltung trifft.
Daher empfehle ich Dir unbedingt einen Ansitz zu planen, Zieltiere zu definieren und das passende Habitat zu suchen. Mehr dazu kannst Du in meinem Buch lesen.
Doch ein Ansitz, ist für MICH eine stationäre Session. Daher verwende ich immer ein Stativ. Ein sehr stabiles Stativ. Stabile Stative übertragen keine Vibrationen, egal wie weit die Beine des Stativs gespreizt sind. Das Schwingungsverhalten von Stativen ist daher essenziell. Doch ich habe noch keinen Hersteller kennengelernt, der in den technischen Daten darstellt, welches Schwingungsverhalten das angebotene Stativ hat.
Da wir sehr schweres Equipment auf dem Stativ platzieren, könnte man jetzt behaupten, dass die Beine (wie bei einem geschlossenen Dreieck) den Druck in den Boden leiten, doch dafür müssen die Beine wirklich steif sein. Die Spreizung der Beine ist jedoch kein geschlossenes Dreieck. Das bedeutet die Beine werden durch Druck nach außen gezwungen. Die volle Last liegt auf dem Gelenk der Beine, an der Mittelplatte!
Heutzutage werden uns Carbon-Stative an allen Ecken angeboten, doch es gibt auch sehr gute Alternativen aus Holz. Durch die unterschiedlichen Materialien musst Du jedoch mit einem unterschiedlichen Gewicht und unterschiedlicher Stabilität rechnen.
Carbon ist leicht, gerade bei kleineren Stativen. Jedoch ich kann jetzt nicht verallgemeinern, dass große Stative immer schwer sind oder schwer sein müssen. Es kommt auf den Lagenaufbau der Carbonfasern an, damit Stabilität und Gewicht, Hand in Hand spielen. Da Dir keiner der Hersteller offenlegen wird, wie deren Lagenaufbau der Stativbeine ist, wirst Du rein technisch vom Datenblatt keinen Vergleich zwischen den Herstellern machen können. Also ist es für Dich am Anfang sehr schwer das richtige Stativ zu kaufen. Daher möchte ich Dir ein paar technische Daten an die Hand geben, doch diese sind keine Garantie, dass Du damit ein gutes Stativ kaufen wirst. Glaub mir, wenn Du keine Empfehlungen durch andere Fotografen hast, wirst Du viel Schmerzensgeld bezahlen.
Ein Stativ für die Wildlife-Fotografie sollte zwischen 25kg und 40kg tragen. Ich persönlich würde immer zu dem Carbon-Stativ mit 40kg oder Holzstativ mit 25kg Tragkraft greifen. Die Beine sollten so weit wie möglich gespreizt werden können. Es gibt Stative, die eine sogenannte „Bowl“ in der Mittelplatte der Stative mitliefern, auf diese solltest Du bestenfalls verzichten. Du kannst diese durch andere Hilfsmittel gut ersetzen, damit aber dichter an die Erdoberfläche kommen. Der Klemmmechanismus der Bowl ist in den allermeisten Fällen nach unten gerichtet (die Schraube zum Fixieren). Dadurch wirst Du immer zwischen 10 und 15cm Luft zum Boden haben, wenn die Beine des Stativs sehr weit gespreizt sind. Verwendest Du ein Stativ mit eine Mittelplatte, ohne Bowl, kannst Du die Bowl durch einen „Low Profile Nivelierfuß“ ersetzen. Mit dem Nivelierfuß und einem Stativ mit maximal gespreizten Beinen, kommst Du deutlich weiter runter. Eine tiefe Kameraposition kann sehr viele Vorteile haben (Bildgestaltung, Szene und keine Nackenschmerzen beim Liegen).
Okay es ist also schwierig das richtige Stativ zu finden… Was kann ich Dir also empfehlen?
WERBUNG:
Bevor ich damit beginne, möchte ich Dich noch darauf hinweisen, dass den Empfehlungen unten „Affiliate Links des Amazon Partnerprogram“ hinterlegt wurden. Falls Du mehr zum Datenschutz & Affiliate auf meiner Website erfahren möchtest, kannst Du Dir die Datenschutzerklärung anschauen.
Die Links sind nicht hinterlegt, weil ich Dir das Geld aus der Tasche ziehen will! Nein… ich werde Dir nur Dinge empfehlen, die ich selbst ruhigen Gewissens einsetzen würde. Für Dich ergibt sich keine preisliche Änderung, doch wenn Du über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision vom Hersteller/ Verkäufer. Ich versuche dabei eine Auswahl für jeden Geldbeutel zu treffen. Den Links sind Artikel mit dem niedrigsten Preis des Produktes hinterlegt (zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags). Doch wie Du vielleicht schon gesehen hast, sind Stative kein Schnäppchen. Dennoch gibt es etwas für jeden! Manchmal sollte man klein anfangen.
Das Berlebach „MINI“-Stativ (Holz, für bodennahe Fotografie)WERBUNG
Das ARTCISE „AS90C” (Carbon-Stativ, 40kg Tragkraft, Baugleich INNOREL RT90C)WERBUNG
Das Rollei „Rock Solid Alpha XL Mark III“ (Carbon, 40kg Tragkraft)WERBUNG
Das Berlebach „Tarnstativ Edition Franz Bagyi für Nivelliereinheit 75 mm“ (Holz)WERBUNG
Das Berlebach „Tarnstativ Edition Franz Bagyi für Nivelliereinheit 100 mm“ (Holz) WERBUNG
Gitzo „Systematic Stativ der Serie 5“ (Carbon, 30kg Tragkraft)WERBUNG
WERBUNG Ende
Das günstigste Stativ in der Reihenfolge ist das Berlebach MINI. Jedoch ist es für die bodennahe Fotografie gedacht. Das Stativ gibt es mit einer festen und mit einer nivellierbaren Mittelplatte. Ich empfehle Dir das mit der nivellierbaren Mittelplatte. Jedoch kannst Du auch alles mit dem anderen Stativ erreichen, wenn Du etwas übst.
Das Berlebach - MINI (ohne Nivellierung) im Einsatz auf Rehwild
Das INNOREL und das Rollei liegen preislich in einem Level. Technisch gesehen sind die Stative gut zu vergleichen. Doch das INNOREL ist sehr stabil. Es kann Vibrationen sehr gut abpuffern. Ich habe selbst durch bekannte von einem Vergleichen mit dem Gitzo-Stativ gehört. Wenn jemand eine Empfehlung ausspricht, bei der das INNOREL nicht viel schlechter als ein Gitzo abschneidet, dann ist das für mich eine wichtige Information. Ich kenne den Fotografen schon sehr lange. Er hat sein Gitzo verkauft und ist mittlerweile Besitzer von zwei der INNOREL Stativen. Ich denke das sagt viel aus, über die Qualität.
Die Berlebach Tarnstative werden aus Holz gefertigt, sind daher schwerer wie ein Carbon-Stativ, doch die Stabilität der Holzstative ist unschlagbar. Daher werden die Berlebach-Stative oft in der Filmindustrie verwendet. Falls Du Dich dafür entscheiden solltest, empfehle ich Dir, mit dem Service von Berlebach, Deine Anforderungen an das Stativ zu besprechen. Dadurch wirst Du für Dich auch das richtige Stativ kaufen.
Das teuerste, aber auch qualitativ hochwertigste Stativ ist das Gitzo Stativ der Serie 5. Alle Teile des Stativ haben ein markenspezifisches Design. Es ist einzigartig am Markt. Doch ist das Design wichtig? Oder ist es wichtig zu zeigen, dass man sich ein Stativ über 1000€ leisten kann? Falls Du ein Gitzo brauchst, das nötige Kleingeld in Deinem Sparschwein zur Verfügung hast, würde ich Dir wirklich raten, ein Gitzo Serie 5 – in der 3 Segmente-Ausführung, zu nehmen. Es ist die stabilste Ausführung und wirklich ein Traum. Es ist halt die gleiche Frage, ob man einen Porsche oder VW Golf braucht. Mit beidem kommt man vorwärts, doch man kauft was man für sich als notwendig erachtet.
Es ist nicht notwendig für dieses Equipment die nächstbeste Bank auszurauben. Du bekommst sowohl mit dem Rollei, wie auch mit dem INNOREL Stativ ein fantastisches Zubehör für Deine Fotos. Doch auch die Stative von Firma Berlebach, würde ich für meine Fotografie einsetzen. Das Berlebach MINI nenne ich schon lange mein Eigen. Es war mein erstes Stativ!
Leider macht mir mein sehr treues Rollei „Rock Solid Alpha XL Mark II“ (also die ältere Variante) einen Strich durch die Rechnung. Die Gelenke der Stativbeine weisen Haarrisse und Verformungen auf. Daher spare ich aktuell auch auf ein INNOREL. Ich habe Angst, dass irgendwann der Druck auf die Gelenke zu hoch wird und meine Ausrüstung einfach zusammensackt.
Haarrisse am Gelenk der Mittelplatte
Falls Du mehr Informationen zu Stativen benötigst, oder andere Fragen hast, kannst Du mich gerne mit einem Kommentar kontaktieren. Ich helfe Dir gerne weiter.

