Was macht Deine Wildtier-Fotografie besser?
Ja, ich weiß, das Thema wird von vielen bei YouTube behandelt, doch ich habe in der letzten Zeit immer wieder die Frage gestellt bekommen, warum meine Fotos anders aussehen, wie Deine oder von anderen. Sonst würdest Du meinen Beitrag vielleicht nicht lesen. Daher möchte ich Dir die Grundlagen der Wildtierfotografie gern noch einmal im meinem Blog näherbringen.
Alles eine Frage der Perspektive
Der Begriff „Perspektive“ ist vielfach anders zu interpretieren. Jeder von uns hat eine eigene Vorstellung wie seine Perspektive auf z.B. Dinge des Alltags, Politik, Themen und Entscheidungen ist. Doch hast Du auch die richtige Perspektive auf die Gestaltung Deiner Bilder?
Genau wie ein Landschaftsfotograf einen Blick für die Gestaltung von Landschaftsfotos benötigt, musst Du Dir eine Routine aneignen, die es Dir gestattet Fotos mit einem anderen Blick zu betrachten. Ich möchte das Wort „Blick“ aus dem vorherigen Satz einmal gegen Perspektive ersetzen. Also möchte ich mich bei der Perspektive auf Deine Blickführung konzentrieren. Bei der Blickführung kommen verschiedene Faktoren zusammen, die Dir helfen oder die störend eingreifen.
Am einfachsten fangen wir mit Deiner eigenen Position an. Es macht einen riesigen Unterschied, wie Du Dein Objekt der Begierde fotografierst. Stehend, sitzend oder liegend. All diese Positionen sind möglich, haben dennoch einen erheblichen Einfluss auf Deine perspektivische Präsentation. Ich möchte Dir die Unterschiede einmal an verschiedenen Bildern darstellen.
Stell Dir vor, Du bist der Fotograf im Bild unten, und hast einen prächtigen Hirsch vor Dir stehen. Doch wie fotografierst Du diesen Hirsch, dass dieses Foto auch wirklich sehr ansprechend erscheint?
Beispiel - Fotos im stehen, sitzen oder liegen
Nun möchte ich Dir einmal die Unterschiede visuell darstellen. Das erste Foto dieses tollen Rothirsches wurde im stehen fotografiert. Was fällt Dir im Vergleich zu den beiden anderen Aufnahmen auf?
Beispiel - Unterschiede zwischen den Fotos eines Hirsches - fotografiert im stehen, sitzen oder liegen
Was macht die beiden Aufnahmen (Mitte, Rechts) „anders“ im Vergleich zu der linken Aufnahme?
Das linke Foto, wurde aus der stehenden Perspektive fotografiert. Dadurch erscheint viel vom Bild scharf und störend. Der Fokus der Augenführung wird von dem Hirsch abgelenkt.
Das mittlere Foto ist aus der sitzenden Position fotografiert worden. Die perspektivische Führung der Augen ist in diesem Bild schon sehr spannend. Der Hirsch mit seinem Geweih wird vor dem Hintergrund sehr schön freigestellt. Die Pflanzenwelt erzählt eine gewisse Geschichte zum Habitat, doch der Fokus liegt auf dem Hirsch.
Das rechte Foto wurde aus der liegenden Position erstellt. Die Pflanzen und Gräser im Vordergrund bilden einen natürlichen Rahmen, welcher die Augenführung auf den Hirsch lenkt. Der Hirsch ist majestätisch freigestellt, das Licht bildet im Hintergrund ein wundervolles Bokeh. Doch der Hirsch ist präsent fürs Auge herausgestellt.
Wie Du nun siehst, ist es nicht einfach „nur“ Fotos zu machen. All die Tipps, die ich Dir in meinem Beitrag oben noch einmal dargestellt habe, kannst Du auf einer geraden Fläche sehr gut umsetzen. Doch problematischer wird es, wenn Du in einem hügeligen oder bergigen Gelände unterwegs bist. Fotos von einem Hügel in eine Senke, wirken wie ein Foto, welches im Stehen gemacht wurde. Ein Foto aus einer Senke, zu einer Hügelspitze wirkt wie ein Foto, bei dem Du unter dem Tier gelegen hast. Viele Fotos kannst Du super auf Wiesen oder Wegen erstellen. Diese sind durch die Landwirtschaft oft sehr gut plan gehalten worden. Feldwege werden oft von vielen Tieren als Wechsel zwischen den Habitaten genutzt. Wiesen werden oft für die Viehhaltung gemäht, welches gerade die Prädatoren, wie Fuchs, Dachs und weitere Raubtiere anlockt wie ein Magnet. Nach der Mahd sind die Gräser kurz, so dass die Prädatoren schnell an Beute kommen. Oftmals kommen viele der Nagetiere bei der ersten Mahd ums Leben, so dass Füchse sehr schnell an Nahrung für ihren Nachwuchs. Gleiches gilt für Raubvögel wie Bussard, Falke, Raben, Milan usw., selbst Reiher oder Störche nutzen die Möglichkeit an schnelle Nahrung zu kommen.
Doch bedenke, dass Wiesen und Feldwege große Flächen beinhalten. Du kannst Dich den Tieren nicht nähern. Du musst darauf warten, dass sie sich Dir nähern!!
Wie Du auf diesen Moment warten kannst, beschreibe ich Dir in meinem Buch. Leider kann ich Dir nicht alle Tipps und Tricks offenlegen. Sonst könnte ich Dir mein Buch hier auch frei zur Verfügung stellen…

